Liga zur Verteidigung der Menschenrechte in Iran

P.O.Box  150 825

D-10670 Berlin

Tel.: 030/825 85 52   Fax: 030/826 62 86

Mail: liga-iran@gmx.de

 

 

 

Presseerklärung

 

 

Politische Gefangene in Lebensgefahr

 

Seit dem 7. Juni  befindet sich Dr. Nasser Zarafshan, Schriftsteller und Anwalt der Angehörigen der Opfer der Serienmorde an Schriftstellern, die der Geheimdienst 1998 begangen hat, in Hungerstreik. Trotz seiner Krankheit war er im August 2002 zu 5 Jahren Gefängnis und 70 Peitschenhieben verurteilt worden. Wegen akuter Nierenschmerzen (Nierensteine) und Blut im Urin  hat er um medizinische Behandlung außerhalb des Gefängnisses nachgesucht, was abgelehnt wurde. Seinen Angehörigen zufolge ist der 60-jährige Zarafshan sehr geschwächt, sein Blutdruck gefährlich gesunken, so dass sie um sein Leben bangen.

 

Ebenfalls in Hungerstreik befindet sich der Journalist Akbar Ganji, der wegen seiner investigativen  Artikel  seit fünf Jahren inhaftiert ist und an starkem Asthma leidet. Er sitzt in Einzelhaft.

 

Aus Solidarität mit ihnen und aus Protest gegen die unerträglichen Zustände im Gefängnis ist eine Anzahl politischer Gefangener ebenfalls in Hungerstreik getreten, während sich Mitglieder des Schriftstellerverbandes  und die Angehörigen der politischen Gefangenen  vor dem Tor des Evin-Gefängnisses  zu Sitzstreiks versammeln, obwohl sie von Ordnungskräften immer wieder mit Schlägen auseinander getrieben werden.

 

Unterdessen haben internationale Organisationen wie der Internationale PEN mit über 300 Unterschriften weltweit, amnesty international, Menschenrechtsorganisationen, oppositionelle Gruppierungen  sowie Journalisten und Schriftsteller aus dem In- und Ausland  gegen die menschenverachtende Behandlung von Zarafshan protestiert.

 

Die Liga zur Verteidigung der Menschenrechte in Iran  sendet  Ihnen diese Erklärung,  damit  durch  Öffentlichkeit diese Menschenleben gerettet werden mögen.

 

 

Mahmoud Rafi – Vorstandsmitglied

 

Berlin, den 22. Juni 2005

 

(Zurück)