Liga zur Verteidigung der Menschenrechte in Iran

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P.E.N. Zentrum Deutschland

Herrn Dr. Johano Strasser

Präsident des PEN

PEN-Germany@t-online.de

 

Berlin, den 13. Juni 2005

 

Lieber Johano,

 

wir wenden uns an das PEN-Zentrum mit der Bitte um Unterstützung für politische Gefangene in Iran, die wegen ihrer Meinungsäußerungen ständigem physischen und psychischen Druck im Gefängnis ausgesetzt sind.

Dr. Nasser Zarafshan, Schriftsteller und Anwalt der Angehörigen der Opfer der vom Geheimdienst in Auftrag gegebenen Serienmorde an Schriftstellern und Politikern,  wurde im August 2002 zu fünf Jahren Gefängnis und 70 Peitschenhieben verurteilt. Er leidet an einer schweren Nierenkrankheit, was die Gefängnisärzte bestätigen.  Seine dringend notwendige Behandlung außerhalb des Gefängnisses, um die er in mehreren Schreiben gebeten hat, lehnt die Justiz ab. In einem letzten Schreiben vom 6. Juni 2005 an die iranische Bevölkerung kündigte Zarafshan an, in einen unbefristeten Hungerstreik zu treten. Letzten Meldungen zufolge ist er dem Tode nahe.

Aufgrund ihrer eigenen Situation und aus Solidarität mit Zarafshan  ist eine Reihe politischer Gefangener ebenfalls in Hungerstreik getreten. Seine Angehörigen, Schriftsteller und Studenten befinden sich seit fünf Tagen vor dem Tor des Evin-Gefängnisses im Sitzstreik.

Gestern erhielten wir den Aufruf des iranischen Schriftstellerverbandes, den wir zur Information beifügen.

 

Wir bitten dich als Präsidenten des PEN sich für das Leben von Nasser Zarafshan und die politischen Gefangenen in Iran einzusetzen.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Mahmoud Rafi – Vorstand

 

Kopie an: Dr. Heiner Bielefeldt,  Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte

 

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